Absam Matschgerer Tirol

Das Fasserrössl

Eigentlich ist das Fasserrössl ja in Hall beheimatet, dort wo einst die große Zunft der Fassbinder in 24 Betrieben jährlich Tausende von Fässern für den Salztransport hergestellt hat. Die Fassergasse in Hall erinnert an dieses alte Handwerk. Zur Herstellung der Fässer benötigte man, um die Fassdauben zusammenzuhalten, aus Schmiedeeisen gefertigte Fassreifen. Die Schmiede waren also Zulieferer der Fassbinder. Diese Schmiede sind Mittelpunkt der Fasnachtsgruppe des „Fasserrössls“.

Dieser Import aus Hall ist aber schon seit langer Zeit ein Teil der Absamer Fasnacht. Zu Recht, denn Absam war jahrhunderte lang ein Dorf der Hämmer und Schmiede. Den Amtsbach entlang reihte sich Schmiede an Schmiede: Hammer-, Huf-, Wagen- und Waffenschmiede. Es könnte die Geschichte, die der „Fasserrössl-Zeremonie“ zugrunde liegt, auch in Absam passiert sein. Das Fasserrössl war ursprünglich Teil des zeremoniellen Bindertanzes. In Bozen wurden von Gesellen Reigentänze aufgeführt und das „Fasserrössl“ hatte die Aufgabe, die Tänzer zu umkreisen, um Platz für die Tänzer zu schaffen.

Dem Absamer Fasserrössl soll eine andere Begebenheit zugrunde liegen. Kurz die Geschichte: Ein nobler, stolzer Herr ritt einst durch Absam. Da sein Pferd ein Hufeisen verloren hatte, suchte er eine Schmiede auf, um sein Pferd beschlagen zu lassen. Anscheinend hatten aber die Gesellen und Lehrbuben zu tief ins Glas geschaut und sie waren trotz der Bemühung des Meisters nicht in der Lage, das wild um sich schlagende Pferd zu beschlagen.

Entsprechend dieser Geschichte spielt sich dann der Fasnachtsbrauch ab. Das Fasserrössl besteht aus einem Gestell in der Form eines Pferdekörpers mit einem weißen holzgeschnitzten Schimmelkopf. Auf der Kruppe ist eine Öffnung in die der „noble Herr mit Zweispitz“ hinein steigt, so dass der Eindruck eines Reiters auf dem Pferd entsteht. Lange Zeit war es in Absam ein Feuerwehrhelm und kein Zweispitz, da das Fasserrössl Eigentum der Absamer Feuerwehrmänner war und noch immer ist. Dazu kommen noch der Meister, zwei Fütterer, dann noch ein „barkopferter“ Tuxer, vier bis fünf Schmiede, Gesellen und Lehrbuben. Zu den Utensilien gehören dann noch Werkzeugkisten mit Hämmern, Zangen, Hufeisen, Nägel und sogar eine richtige Feldschmiede wird mitgeführt, die angeheizt wird.

Dann geht es rund: das Pferd ist störrisch und springt herum und schlägt aus, die betrunkenen Gesellen und Lehrlinge werden von ihrem Meister derb angetrieben, er schimpft, verteilt Ohrfeigen und Schläge an seine „untaugliche und betrunkene“ Mannschaft. Ein wildes hin und her, Geraufe, Fallen und Stürzen und dazwischen ein Schluck aus der Schnapsflasche. Trotz aller Bemühungen gelingt es dem Meister nicht, dass seine Männer das Rössl beschlagen. Derb und grob geht es dabei her und Verletzungen und blutende Wunden sind keine Seltenheit.

Es gibt noch einige andere „Fasserrössln“ in Absam, die seit einiger Zeit schon nicht mehr ausgerückt sind. Aber vielleicht können sich die privaten Besitzer wieder einmal entschließen, ihre wertvollen Stücke wieder der Öffentlichkeit zu zeigen. Da ist einmal das früher so beliebte „Schlaucher-Rössl“ der Familie Fischler und das genauso bekannte „Vumper-Rössl“ der Familie Ebster. Ein weiteres historisches Rössl, es soll um die 200 Jahre alt sein, befindet sich im bereits vorhin erwähnten Matschgerer –Museum

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Fasserrössl
Fasserrössl

  Absamer Matschgerer • Obmann Lutz Andreas • Siedlerweg 5 • 6067 Absam • Tel: 0676/3849866