Absam Matschgerer Tirol

Die Fleckler

Eine interessante und durch seine Kopfbedeckung besonders auffallende Maske ist der „Fleckler“. So benannt, weil sein Anzug über und über mit vorwiegend bunten „Stoff-Flecken“ versehen ist. Der „Fleckler“ ist eine alte Figur, die an die oft kargen und armen Zeiten erinnern soll, in denen die Kleidung der einfachen Leute oft nur aus Stoffresten zusammengenäht war.

Ein auffallendes Merkmal, das ihn weithin sichtbar macht, ist aber seine hohe spitze Mütze, ebenfalls mit Stoff-Flecken benäht. Diese „Spitzmütze“ soll von den „Zieler-Buben“ stammen und ist eine Reminiszenz an die alte tiroler Tradition des Scheiben-Schieß-Sportes. Es war früher, so bis zum 1. Weltkrieg, in den Dörfern üblich, dass die Männer, schon wegen ihrer Wehrfähigkeit, aber auch aus Freude, dem Scheiben-Schießen huldigten. Am Schießstand waren, bei den Ziel Scheiben in der Scheibengrube, die „Ziel-Buben“, die mit Stäben die Treffer auf der Scheibe anzeigten. Zu ihrem Schutz hatten sie hohe spitze Mützen auf, die sie deutlich sichtbar machten, damit die Schützen bei ihrem Auftauchen aus der Scheibengrube sofort das Schießen einstellten. Der Spitzhut war also ein Sicherheitsmerkmal, ein Warnsignal.

Auch der Fleckler hat eine zirka ein bis eineinhalb Meter lange Weidenrute zum Einfangen der Leute. Er biegt sie zusammen, hält sie an beiden Enden und zieht die betreffende Person, die er „abmullen“ möchte, zu sich heran, indem er die Weidenrute über dessen Kopf und Hals stülpt.

Nach dem "Abmullen" – und dies machen alle „Muller“ – bekommt der "Abgemullte" einen Schluck Schnaps aus der Flasche angeboten. Frauen und Kinder erhalten Zuckerln – bei Kindern wird der Muller-Schlag normalerweise nur angedeutet. In früherer Zeit wurde übrigens kein Schnaps gereicht, sondern es kamen Äpfel und Nüsse zur Verteilung.

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Fleckler

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