Absam Matschgerer Tirol

Die Tuxer

Mit den Hiatl- und den Spiegeltuxern treten die heiteren, lustigen Figuren in den Reigen des Fasnachts-Treibens. Begleitet von Musik, einem Ziehharmonika-Spieler bringen sie nach den derben und dämonischen Zottlern, den „Sonnenschein“, die fröhliche Fasnachtsstimmung. Die fröhlichen und jugendlichen Tuxer, vor allem aber die Spiegeltuxer mit ihrem prachtvollen Kopfschmuck, erinnern an den festlichen Almabtrieb im Herbst. Irgendwann, vielleicht erst im Laufe des 19. Jahrhunderts, dürften diese Fasnachtsgestalten zu den alten Figuren der hiesigen Fasnacht hinzugekommen sein. Jedenfalls vor über Hundert Jahren, auf den Fotos des Volkskundlers Wilhelm Hein aus dem Jahre 1897, sind die Tuxer und Spiegeltuxer bei der Rumer Fasnacht, in der gleichen herrlichen Pracht wie heute, schon abgebildet.

Die Tuxer vermitteln eine heitere Stimmung, wenn sie springend, tanzend und schuhplattelnd ihre Aufführungen bei den Umzügen darbieten, vor allem aber bei den Besuchen in den Absamer Bauernhäusern, den Gaststätten und bei den Bällen. Es gehört zu den Traditionen in Absam, es sind keine geschriebenen Regeln, sondern basiert einfach auf mündlicher Überlieferung, wenn jeweils an den Dienstagen die Bauernhäuser, Donnerstags und Samstags die Gasthäuser abends besucht werden. Es mag heute durchaus als touristische Attraktion empfunden werden. Aber sie wird von den Absamer Männern und Burschen nicht deshalb gemacht, sondern in Absam ist es eine Familientradition, in der Fasnacht als Zottler, Tuxer oder sonst in einer Traditionsmaske auszurücken. So wie es selbstverständlich ist, Weihnachten und Ostern zu feiern, so gehört die Absamer Fasnacht, das Matschgern ebenso zu den selbstverständlichen Festen des Jahres. Neben den nahezu intimen Privat-Veranstaltungen in den Bauernhäusern, gibt es alljährlich noch am Fasnachtssonntag einen Umzug, an dem nur Absamer Matschgerer und Bürgermusikanten teilnehmen und in größeren Abständen, so alle vier bis fünf Jahre, findet ein großer Festumzug statt, mit Einladung der Matschgerer, Huttler und Muller aus den benachbarten MARTHA-Dörfern und aus Mils. Im Gegenzug nehmen auch die Absamer an den Umzügen z.B. in Rum, Mils und Thaur teil.

Das Kostüm des Tuxers entspricht weitgehend der Zillertaler Tracht, mit kurzer Lederhose, Wadelstutzen, gestickten Hosenträgern, der grauen Trachtenjoppe und dem niederen Zillertalerhut, geschmückt mit Spielhahn- und weißen Hahnenfedern, Draht und Seiden-Blumen und goldenen Quasten. Zur weiteren Ausstattung gehören neben einem grünem Trachtentuch, das wie eine Krawatte getragen wird, ein schöner Federkiel gestickter Ranzen und als besondere Zierde eine wertvolle Silbertaler-Kette. Die Larve stellt ein liebliches, jugendhaftes Gesicht dar- eigentlich passt der Ausdruck „Larve“ gar nicht zu dem fröhlichen Gesicht.

Weiße

Die Figur des Weißen ist aus dem Tuxer heraus entstanden. Auch diese Figur soll das herannahende Frühjahr symbolisieren.

Das Kostüm des Weißen entspricht weitgehend dem des Tuxers mit Ausnahme, dass der Weiße anstatt der Lederhose eine weiße Leinenhose trägt und zusätzlich auf der Schulter ein großes Fransentuch, ähnlich dem des Spiegeltuxers, am gestickten Hosenträgern angebracht ist. Die weiße Leinenhose ist mit Bändern, farbigen Quasten- „Taschaggeln und Glöckchen verziert. Der Kopfschuck ist wie beim Tuxer.

Ein besonders Merkmal des Weißen ist seine lange Weidenrute auch öfters Ulrich-Strauch Rute. Diese Ruten sind Symbol für das werdende Frühjahr, ist doch die Weide im Frühjahr eine jener Pflanzen, die als erste Knospen treibt. Mit dieser gebogenen Rute fängt er einerseits die „Abzumullenden“ ein und andererseits springt er akrobatisch wie beim Springschnurhupfen durch sie hindurch.

Oft sind Weiße auch in der Jugendgruppe zu sehen, da viele von ihnen im elterlichen Haus eine Tuxerlarve besitzen und nicht jeder die Kunst des Schuplattelns, die zur Ausübung des Tuxers notwendig ist, beherrscht.

In der Vergangenheit ist es sogar vorgekommen, dass unser Ehrenmitglied Karl Obleitner mit dem Spiegeltuxer eine Weiße Hose ähnlich wie in Thaur die Halbweißen unterwegs war.

Abschließen ist noch zu sagen, dass der Weiße auch eine färbige Auflockerung zwischen Zottler, Tschaggeler und Tuxer darstellt, und so den Auftritt der Matschgerer optisch aufwertet.

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Tuxer
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  Absamer Matschgerer • Obmann Lutz Andreas • Siedlerweg 5 • 6067 Absam • Tel: 0676/3849866